Die Witze sind verstummt, das lachen bleibt uns im Halse stecken: Die Schweinegrippe ist schon längst von einer möglichen zu einer tatsächlichen Gefahr geworden. Und je weiter sie sich ausbreitet, je mehr Menschen erkranken, desto gefährlicher wird das Virus. Und mit dem Beginn der Herbstzeit erwarten die Gesundheitsbehörden geradezu eine Explosion der inzwischen weltweit verbreiteten Krankheit. Wir müssen uns also rüsten. Ich habe deshalb an guten Tipps und Ratschlägen zusammengetragen, was es zum Thema Schweinegrippe gibt. Den wir können mit Hilfe der Natur und vernünftigem Verhalten viel dazu beitragen, daß die gefächrliche Krankheit nicht zu einer verheerenden Seuche mit vielen Toten wird.
Schweinegrippe: Die Symptome
Der Ausbruch der Schweinegrippe erfolgt nach der Ansteckung sehr schnell, fast wie ein Anfall. Die erkrankten Menschen klagen plötzlich über eine allgemeine Schlappheit, über Gliederschmerzen (vor allem in den Kniegelenken), über Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme. Sehr schnell kommen Hustenanfälle und hohes Fieber dazu. Nach den bisherigen Erfahrungen beträgt die Inkubationszeiit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit etwa zwei bis drei Tage. Das bedeutet: Wenn Sie sich in einem Urlaubsland am Ende Ihres Urlaubs anstecken, dann bricht die Krankheit erst zuhause aus.
Schweinegrippe und Reisen
In vielen der bisher bekannten Fälle wurde das Virus aus Urlaubsländern eingeschleppt. Was Sie tun können, um sich auf Reisen zu schützen:
- Galten bis vor wenigen Wochen noch die Reisewarnungen vorwiegend für Mittel-, Nord- und Südamerika sowie für Südostasien, so haben sich die Warnungen inzwischen schon längst auf Europa ausgedehnt. Vor allem betroffen sind Großbritannien, Italien, Spanien (Mallorca) und Staaten des ehemaligen Ostblocks. Sie sollten sich auf jeden Fall vorher erkundigen.
- Was in Asien schon seit langem völlig normal ist, sollten Sie auch beherzigen: Tragen Sie auf öffentlichen Plätzen und in großen Menschenansammlungen eine Atemschutzmaske. Das gilt vor allem für die Warteräume auf Flugplätzen und im Flugzeug selbst. Dort kann ein einziger Infizierter über die Klimaanlage viele Passagiere anstecken.
- Husten und Niesen Sie nicht in die freie Luft. Halten Sie ein Tachentuch bereit, oder benutzen Sie notfalls den Ärmel.
- Husten oder Niesen Sie auf keinen Fall in die Hand.
- Waschen Sie sich so oft wie möglich die Hände.
- Vermeiden Sie Besuche in überfüllten Discos mit Klimaanlagen.
- Achten Sie auf allgemeine Sauberkeit und Hygiene.
- Lassen Sie sich Getränke nur in verschlossenen Flaschen servieren, die Sie selbst öffnen.
- Benutzen Sie die in vielen Hotelzimmern ungeschützt herumstehenden nicht desinfizierten Gläser nicht. Trinken Sie lieber aus der Flasche.
- Verzichten Sie wo es nur geht auf die Klimaanlage.
Schweinegrippe: Gefahr für unsere großen Volksfeste
Ob Cannstatter Wasen, Oktoberfest, Cranger Kirmes, Hamburger Dom oder die großen Weinfeste: Es werden sich Millionen Menschen (allein sechs Millionen auf dem Münchner Oktoberfest) aus Deutschland und der ganzen Welt in riesigen Zelten bei viel Alkohol dicht an dicht drängeln: Idealer Nährboden für Schweinegrippen-Viren, denn es wird geschunkelt, geküsst, geschwitzt und aus dem Glas des Nachbarn mitgetrunken. Hier ist jeder Festbesucher auf seine eigene Vernunft und Verantwortung angesprochen. Sollten wir nach dem Ende der Großen Ferien (erste Septemberwoche) von einer Welle der Grippe überrollt werden, muß ein Besuch solcher Massenfeste überdacht werden. Das gilt generell für alle Massenveranstaltungen.
Schweinegrippe: Gefahren am Arbeitsplatz
Alle Menschen die bei ihrer Arbeit mit vielen Menschen in Kontakt kommen, sind stark gefährdet. Das betrifft vor allem den Einzelhandel,, Supermärkte, Kassiererinnen/Kassierer, Beamte und Angestellte in öffentlichen Ämtern, Begleitpersonal in Zügen, Flugzeugen, Bussen, Taxis, Krankenhauspersonal, Polizei und Rettungsdienste. Wenn Sie einen solchen Beruf haben, greifen Sie - wenn es möglich ist - zur Atemmaske. Die Klimaanlage ist nun mal - wie der Volksmund sagt - eine "Bazillenschleuder". Vielleicht können Sie sich einigen, sie für einige Zeit still zu legen. Vermeiden Sie es, Telefone zu benutzen, die auch von anderen genutzt werden. Waschen Sie sich mehrmals täglich die Hände. Vor allem, wenn Sie Kontakt mit Türklinken, , Einkaufswagen, Treppengeländern, Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln hatten. Es gibt antibakterielle Handreinigungsgels, benutzen Sie diese.
Schweinegrippe: Schutz für die Kinder
Kinder sind natürlich besonders gefährdet. Wenn Ihr Kind über Frösteln klagt, wenn es fiebrig wird, wenn es Halsweh bekommt - ab zum Arzt. Erkundigen Sie sich laufend über die Situation im Kindergarten, in der Schule. Achten Sie auf dem Spielplatz, ob andere Kinder husten oder sonst auffällig sind. Der Satz "Hand vor den Mund beim Husten" ist jetzt falsch. Bringen Sie ihm bei, in ein Tuch zu husten. Achten Sie darauf, daß es nicht alles in den Mund steckt. Geben Sie ihm mehr
Obst und
Gemüse zu essen. Das Herzen, Küssen und Knuddeln muß für einige Wochen ausfallen. Das gilt auch für die Oma. Ziehen Sie Ihr Kind so an, daß es nicht sofort schwitzen muß. Ihr Kind muß ausreichend trinken. Wenn es eine "Rotznase" hat, nach dem Schneuzen das Taschentuch entsorgen. Vermeiden Sie Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln so gut es geht. Besuchen Sie zur Zeit keine Hallenbäder mit Ihrem Kind.
Schweinegrippe: Welche Rolle spielen die Temperaturen?
Eine wichtige Frage, denn die wenigsten Menschen wissen, daß Viren länger leben, je kühler oder sogar kälter es ist. Bei sommerlicher Hitze haben die Schweinegrippe-Viren keine großen Überlebenschancen und sterben nach kurzer Zeit ab. Bei 20 Grad können an Oberflächen angetrocknete Viren bis zu acht Stunden überleben. Sinkt die Temperatur auf 0 Grad, dann sind es schon vier Wochen, im Eis überleben sie fast ewig.
Schweinegrippe: Allgemeines Verhalten
- Menschenansammlungen meiden.
- Benutzte Taschentücher wegwerfen.
- Viel Lüften und für einen regelmäßigen Luftaustausch sorgen.
- Wenn Sie frösteln, die Glieder schmerzen der Kopf weh tut - ab zum Arzt.
- Vermeiden Sie Händeschütteln.
- Das gilt auch für Begrüßungsküsse.
- Ausreichend trinken, denn feuchte Schleimhäute in Nase, Mund und Rachen schützen vor Viren.
- Greifen Sie nicht selbst zu Grippe-Mitteln, der Arzt muß sie verschreiben.
- Kaufen Sie keine Medikamente die über e-mails oder im Internet angeboten werden. Sie riskieren Ihre Gesundheit, wenn die angebotenen Mittel gepanscht oder Fälschungen sind.
Schweinegrippe: Wer bekommt die Impfung?
- Menschen mit Diabetes und anderen Stoffwechselkrankheiten.
- Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten.
- Menschen mit sehr großem Übergewicht, deren BMI über 30 liegt.
- Beschäftiget in Krankenhäusern, Arzt- und Zahnarztpraxen.
- Angehörige der Feuerwehr und der Polizei.
- Patienten, die Asthma, Bronchitis oder anderen chronischen Erkrankungen der Atemwege leiden.
- Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-, Nieren- und Leberkrankheiten.
- HIV-Infizierte.
Ihr persönlicher Viren-Schutz
- Stärken Sie Ihr Immunsystem durch vitaminreichen Nahrung. Vor allem Vitamin C-haltige Nahrung ist wichtig: Sauerkraut, Paprika, Tomaten, Zitrusfrüche, Avocado, Knoblauch und Zwiebeln.
- Steigen Sie um vom Fleisch auf Fisch. Essen Sie zweimal die Woche fetten Meeresfisch (Hering, Makrele, Thunfisch, Lachs) wegen der Omega 3-Fettsäuren.
- Bewegung an frischer Luft ist wichtig und gut.
- Kein anstrengender Sport. Der laugt Sie aus, Ihre Immunabwehr wird geschwächt, Viren können angreifen.
- Verringern Sie Ihren Alkoholkonsum. Schnaps desinfiziert keineswegs von innen - er schwächt aber Ihre Immunabwehr.
- Essen Sie so viel und so oft Beeren wie möglich: Deren Pflanzenfarbstoffe schützen vor den Angriffen Freier Radikaler.
- Sauna ist gut - aber nur dann, wenn Sie sich total gesund fühlen.
Das Robert-Koch-Institut informiert über das Influenzavirus unter der Hotline-Telefonnummer 030 187544161 (montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr).
Das Bundesgesundheitsministerium unterhält eine kostenlose Hotline unter 0800 44 00 55 0 (montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags bis 12 Uhr und an den Wochenenden und Feiertagen zwischen 10 und 16 Uhr).