Reiseapotheke: Was Sie beachten müssen
Bevor ich mit Ihnen in die Details gehe, einige grundsätzliche, sehr wichtige Hinweise:
- Nehmen Sie an Arzneimitteln nur mit, was Sie kennen, womit Sie schon Erfahrungen haben, und wovon Sie keine Beschwerden bekommen.
- Wenn es an ferne, Ihnen bisher unbekannte Urlaubsorte geht, denn sollten Sie mit Ihrem Hausarzt besprechen, was Sie mitnehmen müssen.
- Prüfen Sie jedes Arzneimittel, das mit auf die Reise geht, auf sein Verfallsdatum. Das gilt immer nur für ungeöffnete Packungen.
- Wenn Sie Medikamente nehmen müssen, deren Einnahmezeitpunkt festgelegt ist, bedenken Sie bitte bei Fernreisen die Zeitverschiebung. Wichtig bei der Anti-Baby-Pille.
- Auch wenn manche Medikamente im Ausland billiger sind - kaufen Sie in Deutschland ein. Im Ausland sind oft die Qualitätsstandards nicht so hoch wie bei uns. Außerdem besteht die Gefahr, daß man Ihnen Fälschungen andreht oder nachgemachte Medikamente, die entweder wirkungslos oder sogar schädlich sind.
- Informieren Sie sich, wie die Medikamente gelagert werden müssen: Viele Medikamente (Zäpfchen) schmelzen bei zu hohen Temperaturen.
-
Wenn Sie vom letzten Urlaub noch Medikamente in Ihrer Reiseapotheke haben, unbedingt prüfen, ob die noch verwendbar sind.
Reiseapotheke: Das muss rein!
Natürlich macht es einen Unterschied, ob Sie Urlaub an tropischen Stränden, in einer Pension in den oberbayerischen Bergen oder beim Trekking in Nepal machen. Aber in jeder Reiseapotheke sollte für die Grundversorgung zu finden sein:
- Schmerzmittel die schnell und unmittelbar helfen. Entweder als Tabletten, Pulver oder Kapseln.
- Ein Desinfektionsmittel für Verletzungen wie Schürf- oder Schnittwunden oder bei bösen Insektenstichen. Das wäre Jod, eine mindestens 70%ige Alkohollösung oder steril verpackte Alkoholtupfer.
- Eine verträgliche Wundheilsalbe, falls sich Wunden entzünden.
- Lassen Sie sich von Ihrem Arzt nach Rücksprache ein Breitbandantibiotikum verschreiben, das Sie aber nur in akuten Notfällen einsetzen sollten.
- Unbedingt rein muss Verbandsmaterial für schnelle Hilfe im Notfall:
- Vorgeschnittene Heftpflaster in verschiedenen Größen, eine Rolle Heftpflaster.
- Ein Pinzette um Zecken, Splitter, Dornen und die Stachel von Insekten aus der Haut herausziehen zu können.
- Kompressen und Druckverband, steril verpackt.
- Ein Wundschnellvrband.
- Mullbinden, elastisch und fest.
- Eine medizinische Verbandschere.
Reiseapotheke: Die häufigsten Gesundheitsprobleme
Natürlich gibt es für jedes Urlaubszielgebiet auch spezielle Gesundheitsprobleme. Aber es gibt auch welche, die Sie immer und überall betreffen können:
Reisekrankheit Durchfall
Reisen soll zwar bilden, aber trotzdem müssen Sie nicht jede typische und landesübliche Kost ausprobieren. Es gibt nun mal Dinge, die Ihr mitteleuropäischer Magen und Verdauungstrakt nicht verträgt. Vor allem im Süden oder in Asien/Afrika. Vermeiden Sie unbedingt zu viel Öl, zu scharfe Gewürze. Halten Sie sich zurück, wenn Speisen roh oder nur halb gegart sind. Vorsicht bei allem, was aus dem Meer kommt. Lassen Sie sich ruhig zeigen, wie die Fische aufbewahrt werden. Ist die Kühlung nicht ok - lieber verzichten. Auch bei Palmöl müssen Sie vorsichtig sein. Kein Salat, der gewaschen wurde, Obst nur dann, wenn es eine feste Schale hat. Getränke lieber aus einer Flasche trinken, die Sie selbst geöffnet haben. Nehmen Sie zum desinfizieren der Flaschenöffnung eine Zitronenscheibe. Viele Durchfallinfektionen sind so genannte Schmierinfektionen, die über die Hände übertragen werden. Also achten Sie auf äußerste Sauberkeit, nehmen Sie Desinfektionstücher mit.
Es hat alles nichts geholfen, es hat Sie erwischt. Dann sollten in Ihrer Reiseapotheke folgende Mittel sein:
- Kohletabletten
- Eine Elektrolyt-Glukose-Mischung aus der Apotheke, die Sie mit gereinigtem Wasser aufbereiten können.
- Mineralien und Spurenelemente um den hohen Verlust an diesen Vital-Stoffen durch den Durchfall wieder auszugleichen.
- Vitamin-Präparate
Reisekrankheit Sonnenbrand/Sonnenstich
Selbst wenn Sie gut aufpassen, mit der Urlaubs-Sonne ist einfach nicht zu spaßen. Wenn Sie der Sonnenrand erwischt hat, oder Sie sich vielleicht sogar einen kleinen Sonnenstich eingefangen haben, dann hilft Ihnen:
- Raus aus der Sonne, rein in den Schatten.
- Verwenden Sie für die brennenden Haut kühlende Gels, sehr zu empfhlen ist Aloe vera ohne Duftstoffe.
- Als Soforthilfe geeignet: Joghurt auf die brennenden Stellen auftragen, oder eine Einreibung mit Zitronen- oder Limettensaft.
- Kühlen Sie die betroffenen Stellen mit Tüchern, die Sie vorher mit einer isotonischen Kochsalzlösung getränkt haben.
- Bedecken Sie die verbrannten Hautstellen mit ganz normalem Speisequark und lassen Sie diesen ca. 30 bis 45 Minuten einwirken, danach sehr gründlich mit lauwarmem Wasser abwaschen.
- Streichen Sie auf die verbrannten Hautstellen After-Sun-Lotionen auf, lindern Sie mit Zinköl oder Beinwell-Salben.
- Verwenden Sie lieber wasserhaltige Produkte als fetthaltige. Erstere kühlen die Haut besser.
Bei Hitzschlag oder Sonnenstich hilft Ihnen:
- Den überhitzten Körper langsam abkühlen. Bringen Sie Feuchtigkeit mit nassen Tüchern auf die Haut und lassen Sie die Feuchtigkeit an der Luft verdunsten.
- Den Betroffenen sofort im Schatten kühl lagern, den Kopf erhöhen.
- Den Kopf mit feuchten Tüchern kühlen.
- Hier muß unbedingt ein Arzt her.