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Krebsgefahr durch Fleisch: Pro und contra

Immer wieder kocht die Diskussion hoch: "Fleisch: Gesund oder gefährlich". Erst vor kurzem hat uns wieder eine Schreckensmeldung aus den USA von den Bratpfannen und Grillrosten verscheucht. Sie lautete: "Wer rotes Fleisch isst, hat ein wesentlich höheres Risiko an Krebs oder an einem Herzinfarkt zu sterben, als Menschen, die entweder kein Fleisch oder fast nur Geflügelfleisch essen." Da schluckt man doch erstmal und schiebt dann das schöne Steak, die Rindsroulade, den Lammrücken oder den Schweinebraten angstvoll zur Seite. Immerhin: Die Studie wurde über zehn Jahre mit über einer halben Million Menschen durchgeführt. Stimmt das so? Prof. Hademar Bankhofer erläutert das "Pro" und "Contra" für Fleisch.


Zuerst einmal muß man die ganze Sache relativieren. Betroffen waren nur Menschen, die täglich mindestens 250 Gramm Rind-, Schweine- oder Schaffleisch aßen. Oder Wurst, die aus diesen Fleischsorten produziert worden war. Das ist ganz schön viel. Als empfehlenswerte und gesundheitlich verträgliche Menge wurde ein Verzehr von 350 Gramm Fleisch in der Woche festgestellt.

Kommen wir nun zum "Pro" und "Contra", danach können Sie selbst entscheiden, wie Sie mit diesem Problem umgehen wollen.

Pro: Das ist gut am Fleisch

  • Fleisch ist ein guter Lieferant für hochwertiges Eiweiß, das vom menschlichen Körper besonders gut verwertet wird. Fleisch besteht aus ca. 20% Eiweiß. Wir brauchen Eiweiß zur Erzeugung von Energie und für viele Körperfunktionen. Ohne Eiweiß könnten wir nicht leben.
  • Im Fleisch sind Vitamine enthalten, die für uns von enormer Bedeutung sind. Das trifft vor allem auf die Vitamine A und die B-Gruppe zu. Diese Vitamine sind im Fleisch in ungebundener Form vorhanden und können von unserem Körper sehr gut aufgenommen werden. Zum Beispiel deckt ein Schweineschnitzel unseren kompletten Tagesbedarf an Vitamin B 1. Dieses Vitamin brauchen wir, damit der Körper Energie aus unserer Nahrung gewinnen kann. Ein Mangel führt führt zu Muskelschwund und Herzinsuffizienz, zu Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Mit 150 g Rindfleisch decken wir 70% des täglichen Bedarfs an Vitamin B 12. Das brauchen wir zur Bildung roter Blutzellen. Bei Mangel droht Blutarmut.
  • Ganz wichtig ist Fleisch für die Versorgung mit Mineralstoffen, und da besonders mit Eisen. Eisen aus Fleisch wird vom Körper dreimal besser verarbeitet als pflanzliches Eisen. Ohne Eisen sind wir antriebslos, müde, Haut und Haare werden trocken und spröde, das Immunsystem wird geschwächt. Auch mit Zink versorgt uns Fleisch.
  • Fleisch stellt "schnelle" Energie zur Verfügung.

Contra: Das ist schlecht am Fleisch

  • Fleisch enthält zu viel Fett, vor allem die gesättigten Fettsäuren, damit lässt es das schlechte Cholesterin ansteigen. Das betrifft vor allem Streichwurst, die oft einen Fettanteil bis zu 50% hat. Weißer Schweinespeck ist zum Beispiel fast reines Fett. Auch das Bauchfleisch des Schweins hat einen sehr hohen Fettgehalt. Fettärmer sind Rindfleisch und Lamm.
  • Wenn gepökeltes Fleisch erhitzt wird, bilden sich krebserregende Stoffe.
  • Wenn Fleisch über offenem Feuer gegrillt wird und es dabei an der Oberfläche anbrennt, bilden sich krebserregende Stoffe.
  • Wenn beim Grillen Fett ins Feuer tropft und verbrennt ist der Rauch gesundheitsgefährdend.
  • Fleisch (vor allem Schweinefleisch) enthält Purine. Die werden im Körper zu Harnsäure abgebaut, es kann zu Harnsäurestoffwechselstörungen kommen im Knorpel der Gelenke können sich Kristalle bilden, Gelenke auf Dauer zerstören.
  • Der Verzehr von rohem Fleisch kann gefährlich sein, weil so Viren aufgenommen werden.
  • Fleisch - vor allem Schweinefleisch - enthält oft Antibiotika. dadurch können sich Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln: Im Krankheitsfall eine große Bedrohung.
  • Fazit: Fleisch ist gut und Fleisch ist schlecht. Es kommt eben auf die Menge an. Wer in der Woche nicht mehr als dreimal Fleisch ist, seinen Konsum an Wurst einschränkt oder umsteigt auf Geflügelfleisch, der ist wohl auf der sicheren Seite. Einen generellen Verzicht auf Fleisch kann ich nicht empfehlen, eine Reduzierung im oben beschriebenen Ausmaß sehr.




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