Newsletter: jetzt kostenlos anmelden:


Gesunde Ernährung

Kinder: Richtig Essen

Jetzt füllen sich die Schulen wieder, die Ferien sind vorbei, der Schulalltag bestimmt das Leben vieler Millionen Kinder. Und für sehr viele beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Sie wurden eingeschult. Die ersten Tage sind voller Staunen: So viele neue Gesichter, so viele neue Regeln, so viele neue Erlebnisse. Aber auch die Lehrer staunen: Die Zahl der Kinder die bereits mit Übergewicht in ihr Schulleben starten wird immer größer. In Deutschland haben bereits 20 Prozent der neu eingeschulten Kinder deutlich Übergewicht. Und Übergewicht ist nicht der liebevoll als "Babyspeck" bezeichnete kleine Bauch oder die Pausbäckchen, das ist einfach zuviel Fett, das die Kinder mit sich herumschleppen. Und das sie auf Dauer krank machen wird. Dagegen müssen Sie etwas tun.


Übergewicht von Kindheit an ist gefährlich



Hier steht unser Erziehungssystem vor einer gewaltigen Aufgabe im Interesse der Volksgesundheit. Deshalb fordere ich auch schon seit Jahren, daß es an der Schule das Schulfach "Ernährung" geben muß. Aber das ist bei dem ganzen Wirrwarr in unserer Schulpolitik nirgendwo in Sicht. Dehalb sind - wie so oft - die Eltern gefordert. Sie können durch Geduld, durch Überzeugung und durch eigenes Wissen dafür sorgen, daß unsere Kinder durch eine gesunde Ernährung, durch ausreichende Bewegung, zu gesunden Jugendlichen und Erwachsenen heranwachsen. Und nicht schon seit der Jugend den Makel des Übergewichts mit sich herumschleppen. Das sie übrigens im Erwachsenenaöter nicht loswerden. Wer auf dem Schulhof das "Moppelchen" war, der wird als Erwachsener zum "Fettsack" oder Schlimmerem. Sie können für die Gesundheit Ihres Schulkindes nichts Besseres tun, als es gesund zu ernähren. Denn wer schon von Kindheit an Übergewicht mit sich herumschleppt - der lebt gefährlich.

Krankheiten durch Übergewicht



Die schlimmen Folgen bei übergewichtigen Kindern für das Erwachsenenalter:

  1. Es entwickelt sich Bluthochdruck mit allen gefährlichen Konsequenzen für die Blutgefäße.
  2. Die Anfälligkeit für Diabetes ist deutlich höher als bei normalgewichtigen Kindern.
  3. Es kommt schon frühzeitig zu Deformationen des Knochenbaus.
  4. Die Zeugungsfähigkeit wird beeinträchtigt.
  5. Schon sehr früh beginnen Kreislaufprobleme.
  6. Die soziale Ausgrenzung beginnt schon auf dem Schulhof und wird in den meisten Fällen ein Leben lang anhalten.
  7. Die Gefahr eines späteren Infarktes wächst.
  8. Das Kind hat später mit Benachteiligung im Berufsleben zu kämpfe, die Berufswahl wird eingeschränkt. In vielen Berufen wird heute schon eine Gewichtsgrenze gesetzt.
  9. Die Partnerwahl wird schwieriger.


Die beste Erziehung zur richtigen Ernährung Ihres Schulkindes ist das eigene Beispiel. Denn das Kind wird sich im Essverhalten nach Ihnen richten. Wenn ein Kind in einem Haushalt aufwächst, in dem Cola und gesüßte Limonaden zum Alltag gehören, dann wird es kaum verstehen, warum es davon die Finger lassen soll.

Wie sie ihrem Kind helfen können



Was also ist zu tun? Helfen Pillen, helfen Diäten?

Von diesen beiden Möglichkeiten ist abzuraten. Der Weg mit der Pille ist meistens erfolglos, kann aber auch gefährlich werden. Mit Diäten treiben Sie das Kind in den Jojo-Effekt: Diät-abnehmen-wieder normaler Schulalltag- zunehmen. Solche Diäten machen Kinder mutlos.

Was Sie tun können:

  • Setzen Sie sich mit dem Kind zusammen und besprechen Sie mit ihm, wie Sie das Problem angehen wollen.
  • Geben Sie ihm moralische Unterstützung, indem die ganze Familie bei der Ernährungsveränderung mitmacht.
  • Helfen Sie ihm beim Bewegungsprogramm: Gemeinsam Radeln, gemeinsam Laufe, Schwimmen etc. Das Kind muß spüren, daß Sie hinter ihm stehen.
  • Jeder Abnahmeerfolg wird gefeiert. Machen Sie aus dem Abnehmen einen Wettbewerb. Führen Sie ihm vor, wie seine Kleider immer weiter werden.
  • Machen Sie mit ihm jeden Tag eine Gewichtskontrolle. Lassen Sie es darüber Tagebuch führen. Bleibt die Gewichtsabnahme mal für einige Tage aus - was passieren kann und normal ist - dann trösten Sie Ihr Kind und machen ihm neuen Mut.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, was der BMI bedeutet und wie es ihn selbst berechnen kann (siehe BMI Tabelle).


Es gibt Tabellen, aus denen ersichtlich ist, was und wie viel ein Kind pro tag essen muß, um der "Optimierten Mischkost" (optimix) zu genügen:

Zwischen 7 und 9 Jahren braucht es am Tag ca. 1 800 kcal.
Zwischen 10 und 12 Jahren braucht es am Tag ca. 2 150 kcal.
Zwischen 13 und 14 Jahren braucht es am Tag ca. 2 200 kcal (Mädchen) und 2 700 kcal. (Jungen
Zwischen 15 und 18 Jahren braucht es am Tag ca. 2 500 kcal (Mädchen) und 3 100 kcal (Jungen).

Generell gesehen sollten die Nahrungsenergien zu 55% aus Kohelnhydraten (Nudeln, Getreide -am besten Vollkornstufe-, Kartoffeln und Obst) bezogen werden. Fett darf zu etwa 30% dazu beitragen. Die fehlenden 15% sollten aus Eiweiß (Proteine) erzeugt werden. Und zwar je zur Hälfte aus tierischen Eiweißträgern (Milch, Eier, Fisch und Fleisch) oder aus pflanzlichen (z.B. Getreide, Kartoffeln).

Die "Optimierte Mischkost" hilft



Mit dieser "Optimierten Mischkost" bekommt Ihr Kind seinen täglichen Energiebedarf, es bekommt genügend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Damit sind seine Entwicklung, sein Wachstum und seine Leistungskraft gesichert. Zusätzliche Gaben von Vitaminen oder Nahrunsgergänzungsmitteln sind - außer in Sonder- und Krankheitsfällen . nicht nötig.

Jetzt zum ganz wichtigen Thema Süßigkeiten. Natürlich ist es illusorisch zu glauben, daß Ihr Kind ohne Bonbons, Schokolade oder Kuchen leben kann. Da sind die Verlockungen und Angebote zu groß. Deshalb sind bei der "Optimierten Mischkost" Süßigkeiten auch geduldet. Aber Sie sollten über die Ihrem Kind noch zuträglichen Mengen bescheid wissen. Rund 10% der täglichen Energiezufuhr können durchaus und ohne Folgen aus zucker- und fettreichen Süßwaren herrühren. Damit Sie sich orientieren können:

Ein siebenjähriges Schulkind braucht ca. 1 800 kcal am Tag. Davon 10% sind 180 kcal.Jeweils 100 kcal sind enthalten in:

Einer Kugel Eiscreme von 50 g
Fünf Stück Schokolade (30 g)
Einem gestrichenen Teelöffel Nuss-Nougat-Creme (10 g)
30 g Salzstangen
* Einem Stück Marmorkuchen von 40 g

Was wird vom Taschengeld gekauft



Süßigkeiten müssen also immer die Ausnahme und dürfen nie die Regel sein, wenn es um das tägliche Essen geht. Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, wofür es eigentlich sein Taschengeld ausgibt. Denn auch da gibt es erschreckende Erkenntnisse:

Sieben- bis neunjahrige Schulkinder wurden befragt:

55% kaufen Bonbons
39% kaufen Kaugummi
34% kaufen Cola-Getränke
33% kaufen Eis
27% kaufen Salzgebäck
18% kaufen Cookies
16% kaufen Fast Food

Sie müssen es schaffen, daß Ihrem Kind das mitgegebene Pausenbrot besser schmeckt als die verlockenden Angebote an Süßigkeiten und Riegeln am Schulkiosk. Glauben Sie mir: Wenn Ihr Kind in der Schule jeden Tag einen Apfel isst, dann haben Sie einen großen Sieg errungen. Dann sind Sie und Ihr Kind auf dem besten Weg, Übergewicht zu vermeiden und Gesundheit aufzubauen.