Wer gerne französisch isst - und da besonders gerne provencalisch -, der kennt Lavendel als Küchenkraut. Man würzt damit Fisch, Lamm, Geflügel, Wild, Suppen und Soßen. Lavendel macht aus Desserts süße Spezialitäten. Aber nicht nur in der Küche spielt Lavendel eine große Rolle: Es ist ein Heilkraut der besonderen Art.
200 heilende Substanzen im Lavendel
Lavendel wird mitten in der Hitze des Sommers geerntet, wenn es geht im gleißenden Sonnenschein: Da ist die Kraft und die Menge der ätherischen Öle am grössten. Es sind rund 200 Substanzen, die Lavendel für die Naturmedizin so wertvoll machen. Die zwei wichtigsten sind Linalyl-Acetat ind Linalool. Das Linalyl-Acetat sorgt für den Duft der Pflanze, beruhigt die Nerven, löst Verkrampfungen, besiegt Ängste und fördert die Ausschütung des Hormons Serotonin für positives Denken. Das Linalool tötet Bakterien, wirkt antiseptisch und entzündungshemmend.
In der Naturheilkunde verwendet man Lavendelblüten in Form von Öl, Lavendelwasser, Tee oder Fluidextrakt.
Hier das Rezept für den Tee:
1 gehäufter Teelöffel Lavendelblüten wird mit 1 Tasse kochendem Wasser übergossen. Zugedeckt ca, zehn Minuten ziehen lassen, mit Honig süßen, lauwarm trinken.
Lavendelbad gegen Depressionen
In der Naturmedizin wird Lavendel folgendermaßen verwendet:
- Wenn man schon müde ist, aber trotzdem weiterarbeiten muss, dann gibt man 20 Tropfen Lavendelöl und zehn Tropfen Zitronenöl in eine Dessertschüssel mit Wasser und nimmt den Geruch über die Raumluft auf.
- Gegen Magen-Darmbeschwerden wird der Tee ungesüsst getrunken.
- Wenn Sie nach Stress ruhig schlafen wollen, dann reiben Sie Ihre Schläfen mit Lavendelöl ein. Sie können auch ein paar Tropfen aufs Kopfkissen träufeln.
- Wenn Sie Kopfschmerzen haben, dann verrühren Sie zehn Tropfen Lavendelöl mit etwas Jojoba-Öl und massieren damit Schläfen und Nacken ein.
- Gegen Ängste und eine depressive Gemütslage hilft ein Lavendelbad. Bereiten Sie zwei Liter Lavendeltee zu und gießen Sie den ins Badewasser. Trinken Sie während des Bades eine Tasse Lavendeltee mit etwas Honig. Mit diesem bad und dem Tee können Sie auch erhöhten Blutdruck senken.
- Riechen Sie einfach mehrmals am Tag an einem geöffneten Fläschchen Lavendelöl. Das beruhigt die Nerven.
Lavendelöl selber machen
So können Sie sich einen Lavendel-Ölauszug selbst machen:
Nehmen Sie einen Esslöffel getrocknete Lavendelblüten (Apotheke) und 200 Milliliter süßes Mandelöl oder gutes Olivenöl. Begießen Sie die Blüten in einem weithalsigen Gefäß mit dem Öl, schließen Sie gut ab und stellen Sie das Gefäß an einen warmen Ort. Nach vier Wochen die Mischung abseihen und das Öl in eine Flasche füllen. Damit können Sie auch rheumatische Beschwerden durch Einreiben mildern.
Für die Verwendung in der Küche hier ein Rezept aus meinem Buch "Die heilende Kraft der Kräuter", erschienen im Kneipp-Verlag.
Gewürztes Kartoffelpüree
Zutaten für 6 Portionen, pro Portion 170 kcal.
1 Kilo mehlige Kartoffeln,
0,3 Liter Milch,
Salz Muskatnuss,
eine Prise getrockneter Lavendel (Apotheke oder Fachhandel),
etwas Butter.
Kartoffeln in Salzwasser weich kochen, schälen, durch die Kartoffelpresse drücken und in eine Schüssel geben. Die Milch erhitzen und mit Salz und etwas geriebener Muskatnuss aufkochen lassen. Die Milch zu den geriebenen Kartoffeln geben, getrockneten Lavendel und Butter hinzufügen und das Ganze mit einem Schneebesen zu einem cremigen Püree schlagen.