Die Verstopfung ist das am meisten verbreitete Verdauungsproblem in den westlichen Industrieländern. Also gäbe es Grund genug, darüber offen zu reden. Schauen wir uns die Zahlen in Deutschland an:
Rund 8 Prozent der Erwachsenen ab dem 14.Lebensjahr - und das sind immerhin 4,8 Millionen Menschen - klagen über ständige Darmträghei. 69 Prozent der Betroffenen sind Frauen, 31 Prozent sind Männer. 65 Prozent der Betroffenen können ihr Problem nur mit der Einnahme von Abführmittel lösen.Das sind 3, 1 Millionen Deutsche. Und 70 Prozent der Verwender von derartigen Verdauungshilfen sind Frauen,30 Prozent Männer.
Wer unter Verstopfung leidet und bereits viele Hausmittel und Ernährungstricks ohne Erfolg angewendet hat, der sollte einen erfahrenen Arzt um Abklärung seiner gesundheitlichen Störung bitten. Der Betroffene verdient es jedenfalls,daß man sein Problem ernst nimmt. Nur dann wird er auch mit dem nötigen Ernst selbst mithelfen, daß Problem zu bekämpfen. In vielen Fällen macht es Sinn, zuerst natürliche Kräfte einzusetzen. Die Naturmedizin wartet mit einer Reihe von einfachen Hausmitteln auf,die schon seit langer Zeit angewendet werden und für die auch Erfahrungswerte vorliegen.
Bewegung ist Leben,und Leben ist Bewegung. Dieser Kernsatz ist für die Gesundheit, Fitneß und Vitalität des Menschen von großer Bedeutung. Er kann aber aber in manchen Fällen der Verstopfung erfolgreich angewendet werden.
Grundsätzlich lohnt es jedoch immer, im Kampf gegen Verstopfung auch den Weg über die gesunde Ernährung zu suchen. Vor allem,wenn es um die Vorbeugung der Verstopfung geht. Und das sind die wichtigsten Kriterien der gesunden Ernährung gegen die Obstipation:
Viele,die an Verstopfung leiden,Vieles ohne Erfolg ausprobiert haben ,werden jetzt mit Recht fragen: Wenn nun die alten Hausmittel , die ballaststoffreiche Ernähung, Atemübungen, Massagen ,Gymnastikübungen und Freizeitsport nichts nützen,muß ich dann gleich zu einem Abführmittel greifen,um mein Problem zu lösen ? Die Antwort lautet:Nein. Das ist nicht der richtige Weg. Für einen gesunden Darm,für eine gute Verdauung muß man Zeit investieren.
Daher ist es notwendig, im Kampf gegen die Verstopfung ein ganz spezielles ein Verdauungs-Programm aufzubauen. Damit schaltet man von Anfang an Enttäuschungen und Mißerfolge aus. Der Sinn dabei ist: Man versucht, Schritt für Schritt gegen die Verstopfung vorzugehen. Man handelt dabei verantwortungsvoll und entsprechend den neuesten Erkenntnissen der Gastroenterologie. Man verhindert unangenehme und schädliche Nebenwirkungen. Und man weiß: Es wird ein Erfolgserlebnis geben.Bei dem einen früher,beim anderen später.
Das Verdauungs-Training gegen die Verstopfung besteht aus einem Mehr-Stufen-Programm: Zuerst startet man mit dem Einsatz von bewährten, harmlosen Hausmitteln. Dann versucht man es mit Bewegungsprogrammen.
im weiteren Verlauf stellt man die Ernährung um. Und erst dann, wenn das alles nichts bringt, wählt man schonende, moderne Verdauungshilfen.
Welche Mittel - Laxantien genannt - setzt man ein ? Es gibt soviele verschiedene Präparate. Es gehört daher auch zum Verdauungs-Programm gegen Verstopfung, daß man sich über die Palette der Verdauungshilfen einen Überblick verschafft. Man kann die Präparate zur Behandlung von Obstipation in drei große Gruppen einteilen: Es gibt Füll- und Quellmittel, weiters osmotisch wirkende Mittel und hydragoge Laxantien.
Zur Gruppe der Füll- und Quellmittel gehören die Weizenkleie, der Leinsamen und Zellulose-Derivate. Der Vorteil ist die absolut lokale Wirksamkeit im Darm. Das heißt: Die Mittel werden nicht aufgenommen.Dadurch können auch Nebenwirkungen vermieden werden,wenn man für genügend Flüssigkeitszufuhr sorgt.
Die Wirkung der Füll- und Quellmittel ist erst nach Tagen zu erwarten. Auch der erfolg der Anwendung hängt von einer reichlichen Flüssigkeitsaufnahme ab. Sonst können die Naturstoffe im Darm nicht aufquellen. Ein Problem ist das immer wieder bei älteren Menschen,die ein geringes Durstempfinden haben und daher nicht genügend Wasser trinken. Patienten mit Herzproblemen dürfen gar nicht allzuviel Flüssigkeit aufnehmen.
Und so funktionieren die Quell- und Füllmittel: Sobald sie im Darm aufgequollen sind,wird eine Dehnung des Darms verursacht. Dadurch kommt es zu einer Zusammenziehung von Muskelfasern . Und das wieder regt die Tätigkeit des Darms an.
Wieder aber muß betont werden: Wenn jemand Störungen in den Nerven der Dickdarmwände oder eine Erkrankung in den innersekretorischen Drüsen hat , dann wird er mit den Quell- und Füllmittel keinen Erfolg haben. Weil die zentrale Steuerung der Darmbewegung nicht fuknktioniert.
Zu den osmotisch wirkenden Mitteln gehören Natriumsulfat in Form von Glaubersalz und Magnesiumsulfat in Form von Bittersalz,aber auch Präparate,die Zucker und Fruchtsäuren enthalten.
Die Wirkung dieser Abführmittel beruht auf einem altbekannten Mechanismus: einer osmotische bedingten Flüssigkeitsverschiebung vom Blut des Darmes ins Darm-Gewebe. Aus dem Kreislauf wird Flüssigkeit abgezogen und dem Darm zugeführt. Dadurch ist es möglich, daß der Darminhalt verflüssigt werden kann. Damit wieder kann das Speisebrei-Volumen vergrößert werden. Und das regt erfahrungsgemäß in vielen Fällen die Darmtätigkeit an.Das ist ähnliche wie bei den Quellmitteln.
Allerdings besteht ein entscheidender Unterschied: Bei den Quellmitteln kommt die Flüssigkeit aus dem Darm direkt. Bei dem osmotisch wirkenden Mitteln wird sie eben aus dem Gewebe und aus den Blutgefäßen geholt. Man also parallel zur Einnahme der Mittel große Mengen an Flüssigkeit zu sich nimmt,um den Verlust aufzufüllen.
Osmotisch wirkende Abführmittel werden in Krankenhäusern und Sanatorien nur selten eingesetzt . Eine Daueranwendung ist abzuraten,da die Salze der Präparate zum Teil vom Organismus aufgenommen werden. Und das wieder kann für Patienten mit Bluthochdruck, Herzmuskelschwäche und Nierenerkrankungen gefährlich werden.
Und noch einen Nachteil hat man bei der Einnahme von Glauber- und Bittersalzen - aber auch bei Rizinus-Öl - entdeckt, der in der modernen Zeit für Frauen und Mädchen sehr verhängnisvoll sein kann. Die Mittel wirken entweder ausschließlich oder auch im Dünndarm-Bereich, in dem nicht nur lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe,sondern auch die Inhaltstoffe von Medikamenten in den Organismus übergehen. Wird hier die Passage bei Verstopfung beschleunigt, dann wird die Aufnahme all diese Substanzen
verhindert. Bei der Anti-Baby-Pille bedeutet das: Ihre Wirkung - also der Schutz vor Empfängnis - ist nicht mehr voll gewährleistet.
Die Aufnahme von Zucker und Fruchtsäuren ist ungefährlich, kann aber zu unangenehmen Nebenwirkungen führen. Es handelt sich dabei um Laktulose,Laktitol und andere Zuckerarten,die vom menschlichen Dünndarm nicht gespalten werdne können. Sie binden ebenfalls Wasser.Wenn jemand eine lange Darmpassage des Nahrungsbreies aufweist , dann ist die Wirkung gering,weil die Zuckerarten dann von den Bakterien des Darms gespalten werden. Außerdem muß unbedingt darauf hingewiesen werden: Es kommt bei sehr vielen Patienten zu störenden und schmerzhaften Gasbildungen und Blähungen.
Die Hydragogen Laxantien müssen wieder in zwei Gruppen unterteilt werden. Da gibt es die schleimhautreizenden Mittel,die auch Anthrachinonderivate genannt werden. Und dann gibt es die Mittel ohne Reizung auf die Schleimhaut.Das sind die modernen Wirkstoffe Biscodyl und Natriumpicosulfat.
Zu den schleimhautreizenden Abführmittel , den Anthrachinonderivaten , gehören viele rein pflanzliche,natürliche Präparate,die als Tees, Dragees,
Früchtwürfel, Zäpfchen und anderen Formen verabreicht werden. Sie werden aus Sennesblättern, Faulbaumrinde, aus der Blattoberfläche der Aloe vera und aus vielen anderen Pflanzenbestandteilen gewonnen. Sie beeinflussen die Schleimhaut des Dickdarms sowie seine Muskulatur. Die Eindickung des Darminhaltes wird gehemmt und die Vorwärtsbewegung der Darmwellen gefördert. Die Präparate werden durch Darmbakterien im Dickdarm in eine aktive Form verwandelt. Sie sind dann chemisch hoch aktiv und gehen mit den biologischen Zellmembranen des Darms feste Bindungen ein. Das bringt auf der einen Seite die abführende Wirkung, zugleich aber entstehen Funktionsstörungen in der Schleimhaut im Dickdarm. Es kommt zu entzündlichen Veränderungen. Der Darm wird bei diesem Vorgang gereizt. Wenn man nun die Dosis steigert,kann das zu krampfartigen Bauchschmerzen führen. Behauptungen,daß diese Abführmittel mit der Zeit krebserregend wirken , konnten allerdings in jüngsten wissenschaftlichen Studien nicht bestätigt werden.
Zu den modernsten Abführmitteln,die dem letzten Stand des medizinischen Wissenschaft entsprechen, gehören die Wirkstoffe Bisacodyl und Natriumpicosulfat. Sie beruhen beide auf der chemischen Grundsubstanz BHPM. Bisacodyl wirkt abführend, da es von den natürlichen Enzymen,die im Dickdarm vorkommen,gespalten wird. Bei Natriumpicosulfat entsteht die Wirkung durch bakterielle Spaltung im Dickdarm. Die Wirkung wird also in beiden Fällen im Dickdarm entfaltet. Sie geschieht auf unterschiedlichem Weg,ist aber die gleiche. Man weiß ganz genau,was nach der Einnahme dieser Wirkstoffe im Verdauungstrakt geschieht: Die glatte Darm-Muskulatur wird direkt zum Zusammenziehen angeregt. Die Durchlässigkeit der Darmzellen wird erhöht. Das bedeutet: Der Wassertransport von Blut- und Gewebsseite zum Darm hin wird erleichtert,ohne daß dabei Zellverbindungen in ihrer Struktur geschädigt werden.Es wird dadurch dem Kreislauf keine lebenswichtige Flüssigkeit geraubt. Die gesamte Darmsekretion wird gesteigert. Durch all diese Vorgänge wird das Volumen des Darminhaltes vermehrt, die Darmbewegungen werden direkt und indirekt angeregt.Dabei wird die Darmschleimhaut weder gereizt,entzündet oder sonst verändert. Auch bei diesen Abführmitteln muß als Begleitmaßnahme reichlich Flüssigkeit aufgenommen werden.
Dulcolax-Präparate mit den Wirkstoffen Bisacodyl und Natriumpicosulfat regen die Darm-Muskulatur ganz natürlich und direkt an. Sie machen keinen Durchfall. Sie sorgen bloß für einen reibungslosen Weitertransport des Stuhls. Dadurch entsprechen diese Abführmittel genau den Anforderungen,die der Arzt und der Patient erwarten: Sie machen den Darm nicht träge. Im Gegenteil: Sie regen die notwendigen Eigenbewegungen an. Sie kommen erst dort zur Wirkung,wo sie gebraucht werden: nämlich im Dickdarm. Das ist möglich,weil die Dragees mit einer Spezial-Schicht überzogen sind ,die den Wirkstoff sicher durch den Magen, durch den Zwölffingerdarm und durch Dünndarm in den Dickdarm transportiert. Das ist auch mit der Grund,warum man diese Abführmittel sehr oft als „intelligente Verdauungshilfen „ bezeichnet. Es komm t im Kreislauf zu keinem Flüssigkeitsverlust,also kann sich auch das Blut nicht eindicken. Durch den Weg,den das Abfürmittel nimmt, belastet es weder Herz,Kreislauf,Leber und Magen.Es gibt praktisch keinen Elektrolyt-Verlust. Da kein künstlicher Durchfall erzeugt wird,kann der Oganismus auch ungestört aus dem Speisebrei Nährstoffe,Vitamine, Mineralien und Spurenelemente entnehmen.
Die strenge amerikanische Arzneimittel-Behörde FDA hat die Dulcolax-Wirkstoffe Bisacodyl und Natriumpicosulfat als vorrangig nutzbar und unbedenklich eingestuft.
Jeder, der sich entschlossen hat, zur Behebung seiner Verstopfung ein Abführmittel zu nehmen, kann bei den Wirkstoffen Bisacodyl und Natriumpicosulfat zwischen verschiedenen Darreichungsformen wählen: zwischen Zäpfchen,Dragees oder Tropfen. Den Wirkstoffen Bisacodyl gibt es in Form von Zäpfchen und Dragees, Natriumpicosulfat als Tropfen.
Die Zäpfchen regen die Darm-Muskulatur innerhalb von 10 bis 20 Minuten an. Sie sind daher ganz besonders geeignet für Bettlägrige, für Schwangere und Kranke,die ihre Arznei nicht schlucken können oder wollen. Die Dragees nimmt man abends ein,wenn man für den nächsten Morgen die Wirkung planen will.Sie sind sehr klein und leicht zum Einnehmen. Sie wirken innerhalb von 5 bis 10 Stunden. Die Tropfen wirken innerhalb von 10 bis 12 Stunden und eignen sich ganz besonders für eine exakte, individuelle, kleinstmögliche Dosierung. Sehr sensible Menschen haben bereits bei ganz wenig Tropfen einen zufriedenstellenden Erfolg. Menschen mit Schluckproblemen greifen auch gerne darauf zurück.Auch die Tropfen nimmt man am besten - wie die Dragees - abens ein,damit man am nächsten Morgen die Wirkung hat.
Jeder Betroffene sollte allerdings den Einsatz von Abführhilfen unbedingt immer mit seinem Arzt besprechen, also niemals eigenständig handeln. Und er sollte sich vor Augen führen: Abführmittel gegen Verstopfung sind nicht für den Dauergebrauch, sondern immer nur als vorübergehende, zeitbegrenzte Therapie gedacht.
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