Übergewicht ist eine der grossen Volkskrankheiten. In Deutschland ist davon fast jeder Dritte der Erwachsenen betroffen. Bei jüngeren sind es vorwiegend Männer, ab dem 40 Lebensjahr überwiegt die Zahl der Frauen. Besonders auffällig ist, dass es in den letzten Jahren immer mehr übergewichtige Kinder gibt.
Diese Entwicklung ist insofern gefährlich, als übergewichtige Kinder ein erhöhtes Risiko haben, im Erwachsenenalter ernährungsabhängige Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit etc. zu entwickeln. Zu Behandlung dieser Volkskrankheit und deren Folgeerkrankungen wird unser Gesundheitssystem jährlich mit einem zweistelligen Milliardenbetrag belastst.
Die Gründe für Übergewicht
- Wir nehmen mehr Kalorien zu uns, als wir verbrauchen. Der Überschuss wird in die körpereigenen Fettlager eingebaut.
- Jeder Mensch hat im totalen Ruhezustand seinen eigenen, genetisch bedingten, Energieverbrauch. Wir laufen dann sozusagen im stand by-Betrieb. Dabei wird eine bestimmte Menge Kalorien verbrannt - der Grundumsatz. Menschen mit einem hohen Grundumsatz können deshalb mehr essen ohne zuzunehmen als Menschen mit einem niedrigen Grundumsatz. Deshalb nehmen Menschen bei gleicher Nahrungszufuhr verschieden zu.
- Einige Übergewichtige essen häufiger und schneller als normalgewichtige Menschen. Bei ihnen stellt sich das Sättigungsgefühl auch bei hoher Kalorienzufuhr erst spät ein. Dies ist möglicherweise hormonell bedingt: Bei jeder Mahlzeit wird der Magen gedehnt und sendet entsprechende Signale in Form von Hormonen und Nervenreizen an das Gehirn. Das Gehirn wird also darüber informiert, wann der Magen gefüllt ist und meldet: Ich bin satt. Wenn diese Übermittlung gestört ist, stellt sich das Sättigungsgefühl zu spät ein, und man isst mehr als eigentlich nötig. Die Folge: Übergewicht.
- In den Wohlstandsländern wird mehr gegessen als durch Bewegung Kalorien verbraucht werden. Dadurch entstehen Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankungen.
- Kummer, Stress, mangelndes Selbstbewusstsein, seelische Konflikte sind oft Auslöser von Heisshungerattacken - man nimmt zu.
- Hormonpräparate, wie z.B. Antibabypille oder Cortisonpräparate können den Appetit steigern und über eine vermehrte Nahrungsaufnahme und Wassereinlagerung die Entstehung von Übergewicht fördern.
- In seltenen Fällen können auch Erkrankungen von hormonproduzierenden Organen zu Übergewicht führen. Hierunter fallen Tumoren der Nebenniere oder eine Schilddrüsenunterfunktion.
Die Folgen von Übergewicht
- Lungenprobleme. Die Lunge muss mehr Sauerstoff aufnehmen. Oft reicht aber die Lungenkapazität nicht aus, so dass sich ein chronischer Sauerstoffmangel entwickelt. Verstärkt wird dies noch durch Störungen der Atmung während des Schlafes (Schlaf-Apnoe-Syndrom). Die Betroffenen klagen über Schläfrigkeit während des Tages, lautes Schnarchen und ruhelosen Schlaf.
- Herz und Kreislauf. Das Herz muss bei Übergewicht ständig Mehrarbeit leisten, um das Fettgewebe ausreichend mit Blut zu versorgen. Außerdem wird im Körper vermehrt Wasser und Natrium zurückgehalten, was die Entstehung von Bluthochdruck begünstigt. Die Folgen sind Angina pectoris, Herzinfarkt und chronische Herzschwäche (-insuffizienz).
- Zuckerkrankheit. Übergewicht ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung des Diabetes Typ 2.
- Stoffwechselstörungen. Sehr häufig sind Fettstoffwechselstörungen, die mit einer Erhöhung des gefährlichen LDL-Cholesterins und der Triglyceride einhergehen. Außerdem drohen Leberverfettung, Gicht und Gallensteine.
- Gelenke. Das Übergewicht führt zu einer Überlastung der Gelenke besonders im unteren Wirbelsäulenbereich, in den Hüftgelenken sowie Knie- und Sprunggelenken. Dies beschleunigt den Verschleiß und führt zu chronischen Schmerzen.
Die meisten Diäten helfen nicht gegen Übergewichjt. Es entsteht der sogenannte Jojo-Effekt: Übergewicht - Diät - Gewichtsabnahme - Zunehmen - Übergewicht. Sinnvoll ist nur eine generelle Umstellung der Ernährung. Wir nehmen einfach zuviel Fett zu uns. Die richtige Verteilung der Nährstoffe in unserer Nahrung sollte so aussehen: 10 bis 15 Prozent Eiweiss, 25 bis 30 Prozent Fett, 55 bis 60 Prozent Kohlenhydrate.
Bitte bedenken Sie, wieviel Energie in den Nährtstoffen enthalten ist:
Eiweiß 1 g = 4 kcal (17 kJ)
Kohlenhydrate 1 g = 4 kcal (17 kJ)
Alkohol 1 g = 7 kcal (30 kJ)
Fett 1 g = 9 kcal (38 kJ)
Ein Gramm Fett liefert also mehr als doppelt soviel Energie wie 1 Gramm Eiweiss oder Kohlenhydrate. Achten Sie deshalb auf den Fettgehalt Ihrer Nahrung.
Tierische Lebensmittel mit sichtbarem Fett : Butter, Schmalz und Speck
Pflanzliche Lebensmittel mit sichtbarem Fett: Margarine, Öl
Verstecktes Fett in tierischen Lebensmitteln: Fleisch, Wurst, Wild, Geflügel, Fisch, Eigelb, Soßen, Milch, Milchprodukte (Käse, Quark, Joghurt) Sahne, Creme fraiche.
Verstecktes Fett in pflanzlichen Lebensmitteln: Schokolade, Nüsse, Kerne, Samen, Oliven, Avocados, Sojabohnen.
Sehr oft hört man: „Ja, aber pflanzliche Fette sind doch gesund.“ Stimmt, sie sind gesünder als tierische: Aber sie sind auch fett und energiereich. Stellen Sie Ihre Ernährung um auf mehr Obst und Gemüse, vor allem gedämpftes. Zweimal in der Woche Meeresfisch auf den Tisch, Nahrungsmittel mit hohem Ballaststoffgehalt. Sogenannte „leere“ Nahrungsmittel wie Weissbrot, Kuchen oder geschälten Reis meiden. Und viel Wasser trinken. Fünf Minten vor dem Essen ein grosses Glas stilles Mineralwasser täuscht dem Magen Füllung vor, der Hunger schwindet.
Natürlich wird auch in deutschen Heilbädfern gegen das Übergewicht gekämpft. Weil Übergewicht der Auslöser vieler Krankheiten ist, geht man dort das Übel an der Wurzel an. Zusätzlich zu den Kuren werden kalorienreduzierte Mahlzeiten angeboten, gibt es Diätkurse und psychologische Unterstützung für Übergewichtige. Und die meisten Bäder haben ein Sportprogramm speziell für Übergewichtige im Angebot.
Mehr Medizin-Informationen von Professor Hademar Bankhofer: www.bankhofer-gesundheitstipps.de
Heilbäder zum Abnehmen
Bad Alexandersbad, 95680 Bad Alexandersbad, Markgrafenstr. 28. Tel.: 09232 9925-20, Fax: 09232 9925-25, www.badalexansrbad.de. Krankengymnastik, Hallen-Bewegungsbad, Diätformen im Sanatorium.
Bad Bederkesa, 2762 Bad Bederkesa, Amtsstrasse 8, Tel.: 04745 9433 30, Fax: 04745 94 33 22. 4 Kurärzte, Sauna, Solarien, Hippotherapie, Yoga, Qigong Diätberatung.
Bad Boll, 73087 Bad Boll, Rehaklinik Bad Boll, Tel.: 07164 81403, Fax: 07164 81400. Heilquellen, Jurafango, Diät und May-Kur. Seniorentanz und Bunte Abende.
Kneippkurort Buckow, 15377 Buckow, Wrienzener Str. 1 a, Tel.: 03 3433 575 00 und 659 81, Fax: 03 34 33 5 77 19. Krankengymnastische Gruppen- und Einzeltherapie, Diät-Lehrküche.
Kurverwaltung Bad Endorf, 83093 Bad Endorf, Bahnhofstr. 6, Tel.: 08053 30 08 22, Fax: 08053 30 08 30, www.bad-endorf.de
In fast allen deutschen Heilbädern gibt es Therapoien zur Bekämpfung von Übergewicht. Lassen Sie sich vor der Therapie Informationen und Termine von Sonderaktionen geben.
Bankhofer Tipp:
Ernährungstipps