Hämorrhoiden - eine verschwiegene, eine peinliche Krankheit. Warum eigentlich? Denn jeder Mensch hat sie. Im letzten Abschnitt unseres Verdauungsapparates sitzt das so genannte Hämorrhoidalpolster ein ringförmiger Blutschwamm im Enddarm. Es ist ein Schwellkörper, der sich mit Blut füllt und den Darmausgang abdichtet. Was wir als Hämorrhoiden bezeichnen sind ein stark vergrößertes Hämorrhoidenpolster. Und das macht sich auf die bekannte, äußerst unangenehme Art bemerkbar: Es beginnt mit dem lästigen Afterjucken, das wird zum Brennen und schmerzhaft, danach folgen Blutungen und man hat das Gefühl, im After befindet sich ein Fremdkörper. Wenn es soweit ist, dann hilft nur noch der Arzt.
Werden diese Hämorrhoiden nicht behandelt, dann können sie aus dem After treten und sichtbar werden. Dann sind es keine Hämorrhoiden/Hemoriden mehr, sondern Analthrombosen - also eigentlich Krampfadern im und am Gesäß. Da müssen Sie eine genaue Diagnose machen. Es können auch Analekzeme entstehen oder so genannte Analfissuren: Alles lästig und schmerzhaft. Wer davon betroffen ist, der muss auch noch oft zusätzlich zu den Schmerzen dumme Witze ertragen.
Die Ursachen können vielfältig sein, sie können die Tabukrankheit im Alleingang auslösen, oft aber treffen mehrere Ursachen zusammen:
Essen Sie ballaststoffreich mit viel Vollkornprodukten, Obst und frischem Gemüse, das roh ist (Sauerkraut) oder schonend zubereitet wurde. Trinken Sie viel Wasser, am besten stilles Mineralwasser. Wenn Sie viel Süßigkeiten essen, dann schaffen Sie die Voraussetzungen für eine Verstopfung und belasten damit die Hämorrhoiden.
Lassen Sie sich auf der Toilette Zeit. Wenn Sie heftig und eilig pressen, dann stressen Sie das Hämorrhoidalpolster, fördern so die Ausweitung der Venen. Der Stuhl darf nicht hart sein, das erreichen Sie durch die ballaststoffreiche Nahrung und viel Flüssigkeit.
Auch die Analhygiene ist wichtig. Mit einem weichen, mehrlagigen Toilettenpapier vorreinigen, dann feucht nachreinigen. Dazu eignet sich am besten lauwarmes Wasser im Bidet oder mit einer Handdusche. Verwenden Sie zum Abtrocknen weiche Handtücher und achten Sie darauf, dass feuchte Reinigungstücher für unterwegs frei von Chemikalien sind.
Sport bringt Bewegung und die schützt vor Verstopfung - also positiv. Negativ sind Sportarten wie Tennis, Seilspringen, Basketball oder Joggen auf hartem Untergrund. Da werden die Organe im Becken heftig nach unten geschleudert, das belastete den Beckenboden und führt zu Beschwerden im Enddarm.
Trainieren Sie Ihren Schließmuskel. Mindestens einmal am Tag in einem 2- bis 3-Sekunden-Rhythmus den Schließmuskel ca. 30mal zusammenziehen, anhalten und wieder loslassen.
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