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Alzheimer: Hilfe aus Natur und Medizin

Alzheimer: Hilfe aus Natur und Medizin

© Peter Maszlen - Fotolia.com

Alzheimer, die unheimliche Krankheit des Vergessens. Das Hirn schaltet einfach nach und nach ab, Erinnerungen verblassen oder geraten durch einander, der Mensch vergisst seine eigene Geschichte, verknüpft früheste Kindheitserinnerungen mit aktuellem Geschehen - und sehr oft werden Alzheimer-Kranke aggressiv. Und zuwarf gegen sich selbst und gegen ihre Angehörigen. Alzheimer, die Krankheit ohne Heilung, was geschieht da mit uns, was kann man tun, was hilft bei Alzheimer.

"Ich habe eine unheimliche Wut im Bauch," sagt Ex-Fußballmanager Rudolf Assauer über seine Krankheit. Eine typische Erkenntnis eines Alzheimer-Patienten. Wenn seine Krankheit weiter fortschreitet, dann wird Assauer seine Erkenntnis vergessen und seine Wut für normal halten. Auch das ist typisch für Alzheimer: Der Patient vergisst, dass er alles vergisst.

Alzheimer - was ist das?

Im Stoffwechsel des Gehirns treten immer häufiger Fehler auf, es kommt zu einem langsamen Verlust an Nervenzellen. Unter Umständen kann das Gehirn schrumpfen - um etwa ein Viertel seines vorherigen Volumens. Wenn aber Nervenzellen verschwinden oder sich abschalten, dann wird die Weiterleitung und Verarbeitung von Informationen im Gehirn empfindlich gestört. Das heißt: Der Patient sieht, hört, riecht, fühlt oder erfährt etwas, nimmt die Information auf - aber das Gehirn weiß nicht mehr, was es mit dieser Information anfangen soll: Es reagiert völlig irrational.

Das Absterben der Nervenzellen geht einher mit der Ablagerung von völlig veränderten Eiweißbruchstücken im Gehirn: Es bildet sich Plaque. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Forschung sind vor allem die Gehirnabteilungen betroffen, in denen unsere Denkprozesse ablaufen und das Gedächtnis gebildet wird.

Alzheimer - die Folgen

  • Die Kranken verlieren die Fähigkeit, früher erworbenes Wissen bei Bedarf abzurufen und richtig einzusetzen. Ganz einfaches Beispiel: Der Patient hat einen Schlüsselbund, weiss vielleicht auch noch wozu man den braucht - er hat aber keine Ahnung mehr, welchen Schlüssel er benutzen muss und warum er ihn eigentlich benutzen will.
  • Die Fähigkeit, Personen, Gegenstände und Handlungsabläufe wieder zu erkennen und richtig einzuordnen geht immer mehr verloren. Körperfunktionen bis hin zur Darmentleerung und zum Urinieren werden nicht mehr kontrolliert und finden willkürlich statt. Eine Alzheimer Patient kann nicht mehr planen, er kann nicht mehr organisieren und nicht mehr abstrakt denken. Sein geistiges Leistungsniveau verschlechtert sich ständig, bis es den Nullpunkt erreicht.

Alzheimer - wer ist betroffen?

Vor dieser Krankheit ist niemand gefeit. Sie geht durch alle sozialen Schichten und durch alle Bildungsstände: Ob Hilfsarbeiter, Unternehmer oder Professor - es kann jeden erwischen. Die ersten Anzeichen zeigen sich ab etwa 45 bis 50 Jahren. Danach steigt die Kurve steil an: Ist bei den 60jährigen nur etwa jeder Hundertste betroffen, so sind es bei den 80jährigen schon ein Drittel. Von da an sind Frauen übrigens stärker von der Krankheit betroffen, das liegt aber daran, dass sie älter werden als die Männer.

Nach dem Auftreten der ersten Anzeichen verläuft die Erkrankung stufenweise: Etwa alle drei Jahre ist eine neue Stufe der nachlassenden Gedächtnisleistung feststellbar. Noch etwas wurde festgestellt: Je früher die Krankheit auftritt desto schneller verläuft sie.

Alzheimer - die Symptome

Je früher Alzheimer erkannt wird, desto besser ist die Chance des Erkrankten, den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen. Es ist also sehr wichtig, auf die ersten Symptome zu achten. Das sind:

  • Zunehmende grundlose Depressionen. Der Betroffene verfällt in ein langes Schweigen, verliert jede Motivation.
  • Er beginnt die Orientierung zu verlieren, verwechselt Rechts mit Links. Wenn er abends sein Auto irgendwo in der Nachbarschaft geparkt hat, dann hat er Schwierigkeiten, den Parkplatz wiederzufinden.
  • Sein Urteilsvermögen lässt nach, er wird oft grundlos und bei Kleinigkeiten starrsinnig.
  • Er beginnt, sich in Wahnvorstellungen zu verlieren.
  • Denkprozesse dauern länger und laufen verlangsamt ab.
  • Das gilt auch für das Sprechen.
  • Das Kurzzeitgedächtnis gleicht dem eines Menschen, der sich nach einem schweren Alkoholrausch kaum noch an das erinnert, was gestern war.
  • Ganz normale Alltagstätigen wie Kochen, Einkaufen, Besorgungen fallen immer schwerer und werden oft vergessen oder falsch ausgeführt.
  • Die ganze Persönlichkeit änderte sich.

Alzheimer - was kann helfen?

Die medizinische Forschung arbeitet mit Hochdruck und großem Aufwand an Medikamenten gegen Alzheimer - aber es wurde noch nichts gefunden, was die Krankheit wirklich stoppt oder gar heilt. Eingesetzt werden:

  • Arzneistoffe (Acetylcholinesterase-Hemmer) die verhindern, dass der wichtige Botenstoff Acetylcholin im Gehirn durch die Erkrankung verstärkt abgebaut wird. So wird das Fortschreiten der Krankheit für einige Zeit verlangsamt oder verhindert. Manchmal kehren sogar bereits verlorene Fähigkeiten zurück. Aber nach einer Zeit der Ruhe und Erholung schreitet die Krankheit weiter fort.
  • Der Botenstoff Glutamat spielt im Gehirn eine wichtige Rolle. Zuviel jedoch schädigt die Nervenzelle, richtet sie zugrunde. Medikamente (NMDA-Antagonsiten) blockieren die Glutamat-Wirkung an den Nervenzellen. Das hilft der Gedächtnisleistung der Patienten, sie finden sich wieder besser in ihrer Umwelt zurecht. Die Anwendung dieser Medikamente muss aber ständig überwacht werden.
  • Einige Medikamente helfen bei Alzheimer, ohne dass man weis warum. So soll der Extrakt aus dem Gingko-Baum das Gehirn besser mit Sauerstoff und Glukose versorgen, weil er die Gehirndurchblutung fördert. Das ist wissenschaftlich jedoch nicht bewiesen.
  • Auch solle so genannte Kalzium-Antagonisten im Gehirn die gestörte Weiterleitung von Informationen verbessern. Die Störung wird durch den Kalzium-Stoffwechsel verursacht, der nicht mehr funktioniert. Aber auch hier fehlen genaue Angaben über die Wirksamkeit.
  • Bei Depressionen, Unruhe und Halluzinationen werden starke Wirkstoffe (atypische Neuroleptika) eingesetzt, die in jedem Einzelfall vom Arzt verschrieben werden müssen.
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel dürfen nur kurzfristig und aus akuten Anlässen eingesetzt werden, denn sie verschlechtern die geistige Leistungsfähigkeit.

Alzheimer - Hilfe aus der Natur

US-Forscher erprobten einen Mix aus dem Gewebehormon Cholin, Uridin, Omega 3-Fettsäuren, dazu B-Vitamine, Antioxidantien und Phospoholipide. Das Wortgedächtnis verbesserte sich deutlich. Ganz wichtig ist besonders im Anfangsstadium die Umstellung der Nahrung. Zu empfehlen sind:

  • Fette Meersfische, wie Lache, Hering, Makrele, Thunfisch.
  • Die Produkte der Sojabohne.
  • Avocados und Oliven.
  • Fettreiche Nüsse wie Wal- und Paranüsse.
  • Die Verwendung von Lein- und Weizenkeimöl.
  • Bierhefe und Muskelfleisch.
  • Frisches Obst, Rohkost und gedämpftes Gemüse.
  • Trainieren Sie Ihr Gehirn so lange Sie leben: Lesen, diskutieren, neugierig sein, neue Bekanntschaften schliessen, Briefe schreiben, Kreuzworträtsel lösen, Denkspiele spielen, Tagebuch führen - all das hilft Ihrem Gehirn.
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