Alte Medizin: Gesundheit aus der Bibel

Alte Medizin: Gesundheit aus der Bibel

© Anna Kucherova - Fotolia.com

Wer sich für alte Medizin aus vergangener Zeit interessiert und bei jeder Gelegenheit danach in alten Büchern sucht, der sollte sich einmal näher mit dem Buch der Bücher befassen, mit dem erfolgreichsten Bestseller aller Zeiten. Und das ist die Bibel. Sie ist ein wertvoller medizinischer Ratgeber. In der Heiligen Schrift bekommen wir viele Informationen für unsere Gesundheit.

 

Feigen gegen Geschwüre

Im Alten Testament wird verkündet: Mäßigkeit hält jung, fit und vital. Im Buch „ Jesus Sirach“ kann man lesen: „Giere nicht nach jedem Genuss. Viele sind schon durch Unmäßigkeit gestorben.“ Interessant ist, dass der Weisheits-Lehrer Sirach schon damals auf den Verzehr von Obst und Gemüse, und zwar mehrmals am Tag, hinweist. Er rät, was heute die deutsche Gesellschaft für Ernährung betont: 5 Mal am Tag Obst und Gemüse. Es werden aber auch ganz konkrete Rezepte präsentiert:

Im Buch „ Jesaja“ werden frische und getrocknete Feigen als Naturarznei gegen Entzündungen, Geschwüre und gegen Erschöpfung empfohlen. Das hebräische Wort für Feige lautet: Teenim. Dieses Wort findet man an vielen Stellen der Bibel. In der Antike hat man frische oder getrocknete Feigen in einem Mörser zerdrückt, hat dann den Brei in ein Leinentuch eingeschlagen und auf die entzündete Körperstelle gelegt.

Tee aus Kümmelsamen

Auch Heilpflanzen werden in der Bibel genannt. Ysop gegen übermäßiges schwitzen und zur Stärkung der Atemwege, Minze bei Kopfschmerzen. Man zerrieb damals die frischen Blätter zwischen den Fingern und rieb mit dem Saft Stirn und Schläfen ein. Kamille galt damals schon als Heiltee gegen Magen- Probleme. Und Kümmel wird als gutes Gewürz gegen Verdauungsstörungen ausgelobt. Man hat damals einen Esslöffel zerstoßene Kümmelsamen mit kochendem Wasser übergossen, 15 Minuten ziehen lassen. Durchseihen. Eine wichtige Heilpflanze, die in der Bibel bei Lukas genannt wird, ist die Raute, bei uns als Gartenraute bekannt. Man trank Rauten-Tee zur Verbesserung der Durchblutung.

Weihrauch gegen Viren

Es wird in der Bibel – wenn auch umschrieben - erwähnt, dass Weihrauch auch gesundheitsfördernde Aspekte zeigt. Weihrauch-Körner werden aus dem Harz des Baumes Boswellia Thurifera in Aabien und Somalia gewonnen. Die beiden Hauptwirkstoffe Olibanum und Incensolacetat hemmen Entzündungen und wirken beruhigend, können aber auch Erkältungs-Viren bekämpfen. Aus einigen Bemerkungen in der Bibel geht hervor, dass der Weihrauch die Menschen vor Krankheiten schützen kann. Heute gelten Weihrauch-Präparate in der Naturmedizin als wirksame Mittel gegen Rheuma und Gelenkschmerzen.

Und auf dem Land lässt man, wenn einer in der Familie einen grippalen Infekt hat, Weihrauch durch die Wohnung ziehen, um die Luft zu desinfizieren. Weihrauch zählte zur Zeit von Jesus zu den kostbarsten Schätzen, wurde mit Gold aufgewogen.

Desinfizieren mit Myrrhe

Auch die Myrrhe – das ölige Harz aus den Ästen des Myrrhe-Strauches oder Myrrhe-Baumes – wird mehrfach in der Bibel erwähnt. Myrrhe in Form von Körnern oder Tinktur galt immer schon als Desinfektionsmittel. Man setzte Myrrhe auch gegen Flöhe ein. Heute findet die Myrrhe-Tinktur Verwendung in der Zahnheilkunde: Man reibt damit entzündetes Zahnfleisch ein. Oder man spült den Mund mit einem Glas Wasser aus, in der man zuvor 10 Tropfen der Tinktur verrührt hat.

Ölpressen am Fuße des Ölbergs

Im Psalm 23,5 heißt es: „Du salbest mein Haupt mit Öl“. Hier - wie an vielen anderen Stellen - ist mit ziemlicher Sicherheit Olivenöl gemeint. Man hat schon in der Antike Olivenöl als Kosmetikum gegen trockene Haut und als Einreibemittel gegen Schmerzen verwendet, hat auch brüchige Nägel darin gebadet. Damals wurden die reifen Oliven mit Stangen vom Baum geschlagen und wurden dann zwischen sich drehenden Steinen zerrieben. Das Öl floss dabei in eine Zisterne, die in den Boden eingebaut war. Solche Ölpressen standen zur Zeit Jesu am Fuße des Ölberges . Der Olivenbaum-Zweig galt zu biblischen Zeiten als Symbol für Frieden und neue Hoffnung. Darum kam die Taube zu Noah in die Arche zurück, im Schnabel ein frisches Ölblatt.

Wein und Granatapfel - die Bibel empfiehlt sie

Auch über die Bedeutung des Weines für die Gesundheit kann man in der Bibel nachlesen. In 1.Timotheus 5,23 heißt es: „Nimm etwas Wein mit Rücksicht auf deinen Magen und auf deine häufigen Erkrankungen!“ Heute weisen Studien nach: Vor allem etwas Rotwein kann eine Arznei sein: für das Immunsystem, gegen eine frühzeitige Arteriosklerose und fürs Jungbleiben.

Der Weisheitslehrer Sirach meint im Buch „Jesus Sirach“: „Gott bringt aus der Erde Heilmittel hervor. Niemand sollte sie verschmähen, sondern einsichtig nutzen!“

Als Moses mehrere Botschafter in das „verheißene Land“ aussandte, da kamen sie in das Traubental. Da heißt es im Original-Text: „ Dort schnitten sie eine Rebe mit einer Weintraube ab und trugen sie zu zweit auf einer Stange, dazu einige Granatäpfel und Feigen.“ Der Granatapfel wird an vielen Stellen hoch gelobt: als Sinnbild der Unsterblichkeit, als Symbol für Fruchtbarkeit. Man hat damals Granatapfelsaft getrunken und die Kerne gegessen, um das Blut gesudn zu erhalten. Man trank damals auch Granatapfel-Wein. Heute haben wissenschaftliche Studien bewiesen: Der Granatapfel ist eine wunderbare Naturarznei für Frauen in den Wechseljahren. Seine Wirkstoffe senken bei der Frau das Risiko für Brustkrebs und verbessern beim Mann die PSA-Wert der Prostata.

Schwarzkümmel für stillende Mütter

Der Schwarzkümmel wird in der Bibel „ketzah“ genannt. Er zählt zu den Hahnenfuss-Gewächsen. Es war ein alter Brauch, zu biblischen Zeiten Schwarzkümmel auf Brot und Kuchen zu streuen, um Lebenskraft und Gesundheit möglichst lange zu erhalten. Man setzte das Gewürz aber auch gegen Blähungen und gegen Wurmbefall im Darm ein. Bei stillenden Mütter wurde durch Schwarzkümmel der Milchfluss verbessert. Die Wirkung des Arznei-Gewürzes ist auf den Bitterstoff Nigellin und auf das Saponin Melanthin sowie auf ätherische Öle zurückzuführen.

In der Bibel wird auch der Rat erteilt, bei Beschwerden der Atemwege einige Samenkörner zu kauen. Man hat damals auch Schwarzkümmel im Brot verarbeitet. Und man hat Schwarzkümmel-Tee gegen Durchfall getrunken.1 Teelöffel zerstoßene Schwarzkümmel- Samenkörner mit einem Viertelliter kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, durchseihen. 2 Tassen im Laufe des Tages lauwarm trinken.

Die Bibel empfiehlt: Datteln gegen Müdigkeit

Auch die Dattelpalme – einer der ältesten Obstbäume im Heiligen Land – wird in der Bibel häufig erwähnt. Auf Hebräisch heißt die Dattelpalme „Tamar“. Jericho, die älteste Stadt der Welt – heißt in der Bibel „Stadt der Palmen“. Der Dattelbaum galt als Symbol für Gerechtigkeit. Daher saß im „ Buch der Richter“ die Richterin Debora unter einer Dattelpalme, wenn sie Entscheidungen zu treffen hatte. Man findet in der Bibel aber auch Hinweise, wie man bei Übermüdung Datteln einsetzt. Man muss 3 Datteln gut kauen. Das sollte man heute vor Prüfungen und wichtigen Gesprächen auch tun. Datteln stärken die geistigen sowie die körperlichen Kräfte.