Alkohol in der Schwangerschaft: Schwere Schäden für das Kind

Alkohol in der Schwangerschaft: Schwere Schäden für das Kind

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So ein Gläschen oder zwei - das kann doch auch in der Schwangerschaft nicht schaden. Ein schwerer Denkfehler, für den das noch ungeborene Kind später sein ganzes Leben klang bitter büssen muss. Denn heute weiss man: Alkohol in der Schwangerschaft bedeutet oft schwere Schäden für das Kind. Denn es kann schon beim Ungeborenen zum Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) kommen. 

Das bedeutet geistige und körperlichen Fehlentwicklungen des Embryos, die nach der Geburt nicht mehr repariert werden können. Der Grund für diese unheilvollen Entwicklung: Der über die Mutter ins Blut des Babies gelangte Alkohol hemmt die Teilung von Zellen, er zerstört bereits ausgebildete Zellen und unterbindet die Vernetzung der Zellen, die für das Funktionieren des Organismus lebenswichtig sind. Besonders betroffen wird das Gehirn des Fötus. Denn das ungebornen Kind hat im Mutterleib noch keine Fähigkeiten entwickelt, mit dem Alkohol fertig zu werden. Wenn die Mutter den Alkohol schon längst wieder verarbeitet hat und nüchtern ist, dann wirkt das Gift im gesamten Körper und Organismus des Babies weiter und verrichtet sein unheilvolles Werk. Des halb sollte es für jede werdende Mutter die oberste Maxime sein: Mit der freudigen Botschaft "Sie sind schwanger" ist es mit dem Alkoholgenuss absolut vorbei. Und das gilt auch für ein oder zwei Gläschen.

Alkohol im Mutterleib deformiert das Gesicht des Babies

Man kann es kaum glauben, aber es ist so: Alkoholgenuss während der Schwangerschaft führt zu deformierten Gesichtern bei den betroffenen Kindern. Man kann also später am Gesicht des geschädigten Kindes erkennen ob die Mutter während der Schwangerschaft dem Alkohol zugesprochen hat. Währen des dritten und vierten Schwangerschaftsmonats bilden sich beim Embryo die Gesichtszüge aus.  Ist Alkohol im Spiel kann es zu diesen Schädigungen kommen: Die Augen bleiben klein, die Oberlippe ist schmal und die typische Rinne zwischen Mund und Nase fehlt. Braucht das Kind später eine Brille, dann wird es zu Problemen kommen.

Alkoholkinder lernen schlecht und sind leicht verführbar

Wenn man dem Kind diesen mütterlichen Alkoholmissbrauch während der Schwangerschaft nicht ansieht, dann kann es Jahre dauern bis das Fetale Alkoholsyndrom diagnostiziert wird. Ganz typische Symptome sind Konzentrationsschwäche und Zappeligkeit. Deshalb sehr oft die Fehldiagnose:"Ihr Kind leidet an ADHS". Aber: Anders als ADHS-Kinder sind Kinder mit FAS sehr naiv und gutgläubig, ausserordentlich zutraulich, leicht verführbar und distanzlos. Dazu kommt eine Unzuverlässigkeit, für welche die Kinder nichts können.
Das grösste Problem aber ist die mangelnde Lernfähigkeit. Da müssen auch die einfachsten Dinger immer wider neu erlernt und begriffen werden: Die Kinder können sich einfach nichts merken. Sie müssen sozusagen jeden Tag das Waschen und das Zähneputzen neu lernen. Sie lernen auch nicht aus Fehlern. Sehr oft verbrennen sich solche Kinder immer wieder die Zunge, weil sie es sich einfach nicht merken können, dass aus dem Ofen kommende Speisen eben heiss sind. 

Fazit: Null Alkohol während der Schwangerschaft - Ihrem Kind zuliebe

Wenn ein Kind durch Alkohol im Mutterleib geschädigt wurde, dann ist der Schaden später nicht mehr zu reparieren: FAS ist ein lebenslanges trauriges Schicksal. Die Kinder brauchen auch noch als Erwachsene tägliche Betreuung. Sie können ihren Alltag kaum selbstständig organisieren, haben zum Bespiel Schwierigkeiten an Automaten, können nicht mit Geld umgehen.
Die Meinung, das Problem der durch den Alkoholgenuss der Mutter geschädigten Ungeborenen sei bei vor allem bei sozial schwachen Bevölkerungsgruppen zum finden, ist ein Irrtum.  Psychologe Dr. Reinhold Feldman von der Universität Münster, der eine FAS-Tagesklinik im Münsterland leitet: "„Reiche haben die meisten kranken Kinder. Je wohlhabender eine Familie ist, desto mehr Alkohol wird getrunken – auch von den Frauen“. Nur: In diesen Familien findet derAlkoholkonsum unter Ausschluss der Öffentlichkeit in den eigenen vier Wänden statt - sozial schwächere Schichten trinken in der Öffentlichkeit - und das sieht man eben.