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Der Aderlass: Medizinisch wertvoll und gut

Die Natur- und Erfahrungsmedizin kennt ihn seit Jahrtausenden: Den Aderlass. In der Neuzeit ist diese medizinische Therapie fast völlig verschwunden - jetzt erlebt der Aderlass ein Comeback. Er wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) angewendet, aber auch in modernen Kliniken wie z. B. in den Kliniken Essen-Mitte der Evang. Huyssen-Stiftung. Der Aderlass soll vor allem die Fließeigenschaften und Sauerstoffaufnahme des Blutes verbessern.

Naturheilverfahren - Der Aderlass: Medizinisch wertvoll und gut Foto:© Gina Sanders - Fotolia.com
© Gina Sanders - Fotolia.com

Der Aderlass verdünnt das Blut

Bei einem Aderlass werden dem Patienten in der Regel zwischen 50 und 150 ml Blut "abgezapft". Dabei handelt es sich um das dunkle Venenblut. Der Organismus ersetzt das verlorene Blut sofort nach dem Aderlass durch Flüssigkeit, die aus dem Gewebe entnommen wird. Da die ausgeleiteten festen Stoffe des Blutes (Blutkörperchen, zelluläre Bestandteile) das Blut aber nicht mehr belastete, wird es sozusagen "verdünnt".

Vorbeugung gegen einen Infarkt

Deshalb verbessert der Aderlass die Fließeigenschaften des Blutes. Das wirkt sich besonders in den sehr kleinen Blutkapillaren positiv aus. Das beim Aderlass ebenfalls ausgeleitete Bluteiweissweiss wird durch an den Wänden der Blutgefässe abgelagertes Eiweiß ersetzt das dazu aufgelöst wird. Das wirkt einer Verstopfung der Blutgefässe entgegen, beugt einem Infarkt vor.  Ein Aderlass kann auch gegen Bluthochdruck eingesetzt werden.

Positive gesundheitliche Wirkungen

Der Gesamtstoffwechsel wird verbessert, Fettstoffwechselstörungen können behoben werden, der Harnsäurespiegel sinkt. Deswegen ist ein Aderlass auch hilfreich bei Gicht, Rheuma und Arthritis. Im Blut findet nach einem Aderlass ein verbesserter Stoffaustausch statt. Das betrifft vor allem Sauerstoff, Kohlen Dioxid, Nährstoffe und Abfallprodukte, die aus dem Blutkreislauf wieder ausgeschieden werden sollen.

Aderlass nach Hildegard von Bingen

Die Chinesen und Inder kannten den Aderlass schon vor etwa 3000 Jahren. Auch Hildegard von Bingen, die grosse Heilerin des Mittelalters, hat sich mit dem Aderlass beschäftigt. Sie legte fest, dass ein Aderlass nur in den fünf Tagen direkt nach dem Vollmond durchgeführt werden darf. Auch musste der Betroffene zwei Tage vorher fasten. Ein Aderlass war in diesen Zeiten keine kleine Angelegenheit: Wegen der mangelnden Hygiene kam es sehr oft zu Infektionen und Blutvergiftungen. Zur Desinfektion der Geräte und der Wunde wurde damals sehr oft Essig verwendet. Es kam auch häufig vor, dass zu oft zur Ader gelassen wurde, so dass der Patient wegen Blutmangels in eine lebensbedrohliche Situation geriet. Heutzutage werden max. 500 ml Blut bei einem Aderlass entnommen.

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